Grund- & Gemeinschaftsschule, Mühlhausen
Städtebau & Freiraum
Die Anlage der Grund- & Gemeinschaftsschule in Mühlhausen besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Entstehungszeit und unterschiedlicher architektonischer Gestaltung. Die Gebäude sind entsprechend der vorhandenen topografischen Gegebenheit in das ansteigende Gelände eingeordnet. Über die vorhandenen Außenanlagen, bestehend aus terrassierten Hofbereichen, werden die einzelnen Gebäude miteinander verbunden. Diese Situation ist gegeben und kann nicht ohne den Rückbau von bestehenden Gebäuden grundsätzlich verändert werden.
Positiv ist die starke Durchgrünung der vorgefundenen waldartigen Situation und die vorhandenen Durchblicke auf die Umgebung im Kraichgau.
Um die Situation zu korrigieren und räumlich zu ordnen, wird ein neuer ergänzender Baukörper vorgeschlagen. Dieser Neubau verknüpft die beiden bestehenden Schulgebäude über eine zweigeschossige Passerelle räumlich und funktional miteinander.
Der Neubau ist auf orthogonalem Grundriss organisiert. Er besitzt die Abmessungen von 33,25m x 22,75m. Das Gebäude ist zwei- bzw. dreigeschossig und besitzt Flachdächer. Das neue Haus besetzt die eingeschossige topografische Geländekante, so dass es zu seiner Nordseite dreigeschossig und zu seiner Südseite zweigeschossig in Erscheinung tritt. Der entstehende Freibereich auf der Nordseite beherbergt zukünftig den Pausenhofbereich der Grundschule, der Freiraum auf der Südseite den Pausenhof der Sekundarstufe.
Außenanlagen:
Der Campus der Grund- und Gemeinschaftsschule Mühlhausen liegt in exponierter Hanglage südwestlich des Ortszentrums von Mühlhausen und wird im Süden, Osten und Westen von Waldflächen gerahmt. Der dichte Waldsaum aus standorttypischen Gehölzen übernimmt wichtige ökologische Funktionen als Vogel- und Insektenhabitat. Die Terrassierungen, Mauern und Treppen des Schulcampus und ein kleiner Weiher schaffen darüber hinaus wertvolle Lebensräume für Amphibien wie Mauereidechsen, Frösche und Kröten. Die landschaftliche Einbindung des Campus erfolgt durch regionaltypische Gehölze, die den bestehenden Vegetationsraum fortführen, und so einen ökologisch wirksamen Gehölzsaum entwickeln, der geschützten Arten Lebensraum bietet, gleichzeitig als natürlicher Wärme und Sonnenschutz wirkt und vielfältige naturnahe Spiel-, Lern- und Bildungsräume für die Schüler schafft.
Der Campus gliedert sich in vier klar definierte Pausenhof- und Freiraumbereiche, die unterschiedliche pädagogische, spielerische und landschaftsbezogene Qualitäten abbilden und den Bedürfnissen der verschiedenen Altersgruppen entsprechen. Die bestehenden Pausenhofflächen werden dabei grundlegend neu geordnet. Der Grundschulhof umfasst einen ruhigen Innenhof als „Schultheater“ für Rückzug und kleine Aufführungen sowie eine aktive Sandspielfläche „Zwischen 1000 Hügeln“, die spielerisch auf die typische Landschaft des Kraichgaus verweist. Der Gemeinschaftscampus der Gemeinschaftsschule bietet unter dem Motto „Toben und Tuscheln im Grünen“ vielfältige Bewegungs- und Aufenthaltsangebote. Der Mensafreisitz ist bewusst keinem der Schulhöfe zugeordnet und dadurch flexibel nutzbar, auch als Ort für Veranstaltungen. Das Forum zwischen Grundschule und Sporthalle wird durch eine neue Rutsche aufgewertet. Der Campusgarten „Pflanzen, Pflegen und Naschen“ verbindet die beiden Schulen mit der Sporthalle und dient als betreute Garten- und Lernfläche. Ergänzt wird das Angebot durch das Waldlabor, in dem Natur spielerisch erforscht werden kann – mit einem Froschteich für die Kaulquappen der Erdkröte, einem „Späh“-Turm für Beobachtungen sowie einem Grünen Forum als gemeinschaftlichem Lern- und Aufenthaltsort.
Lageplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss 1. Obergeschoss
Ansicht von Norden
Ansicht von Westen
Ansicht von Süden
Querschnitt
Querschnitt
Querschnitt
Fassadenausschnitt
Perspektive Eingangsbereich











